Bundeswehreinsatz : Rückendeckung für Jung

Verteidigungsministerium und Bundeswehrverband weisen die Kritik an Ressortchef Franz Josef Jung zurück. Die "Ehrlichkeit" des Ministers im Umgang mit dem Auslandseinsatz wird gelobt.

Berlin/Passau - Nachdem SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold im Zusammenhang mit dem Libanon-Einsatz Verteidigungsminister Jung (CDU) vorgeworfen hatte, täglich neue Irritationen auszulösen, konterte Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt (CSU): "Arnold soll den Minister aus dem Spiel lassen. Franz Josef Jung fährt die Sache sauber", sagte Schmidt der Tageszeitung "Die Welt".

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, sagte der "Passauer Neuen Presse", Jung habe zurecht von einem Kampfeinsatz gesprochen - wer das kritisiere, mache "viel Lärm um nichts". Die Bundeswehr gehe hier tatsächlich in einen Kampfeinsatz. Der Verbandschef fügte hinzu: "Wenn vor der Küste des Libanon aufgebrachte Wasserfahrzeuge auch gegen den Willen der Betroffenen untersucht werden sollen, muss das Mandat auch die Anwendung von Waffengewalt ermöglichen. Das nennt man Kampfeinsatz."

Das Militär sei "auch zum Kämpfen da", unterstrich Gertz, deshalb sei an der Wortwahl des Verteidigungsministers nichts zu kritisieren. Offenbar sollten die Gefahren des Einsatzes aber "heruntergespielt werden". Im Interesse der Soldaten fordere der Bundeswehrverband deshalb, "ehrlich" zu sein und "eine klare Sprache zu sprechen". (tso/ddp)

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