BUNDESWEHRREFORM : Frustriert und erschöpft

Nach Einschätzung des Bundeswehrverbandes stellt die laufende Bundeswehrreform die Soldaten vor eine noch nie dagewesene Belastungsprobe. Der Verbandsvorsitzende Ulrich Kirsch warnte vor einer Überlastung von Soldaten. Es gebe schon lange keine verlässlichen Strukturen mehr, nach denen die Männer und Frauen planen könnten. In der Folge seien die Soldaten und ihre Familien frustriert, erschöpft und angespannt. Die Bundeswehr hat nach Kirschs Angaben seit 1990 sechs Reformen hinter sich. Aus jeder Reform gelte es noch „Altlasten“ abzuarbeiten, was aber immer schwieriger werde. Zum 1. Juli war der Wehrdienst ausgesetzt und die Bundeswehr zu einer Freiwilligenarmee geworden.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will die Bundeswehr von derzeit 200 000 auf 175 000 bis 185 000 Soldaten verkleinern. Zudem sollen Standorte geschlossen werden. Die Entscheidung darüber, welche Standorte schließen müssen, soll am 26. Oktober veröffentlicht werden. Kirsch mahnte: „Wenn wir aus der Fläche verschwinden, verschwinden wir aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit und der Gesellschaft.“ dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben