Politik : Bundeswehrstandorte: Proteste gegen Kasernenschließung

Mehr als 10 000 Menschen haben sich in Norddeutschland mit Demonstrationen und Protestaktionen gegen die geplante Schließung von Bundeswehrstandorten in ihren Heimatregionen gewehrt. Der Städte- und Gemeindebund forderte am Samstag so genannte "Härtefonds" für besonders schwache Regionen, um ein wirtschaftliches Vakuum infolge der Schließung von Garnisonen zu vermeiden.

Bei Stavenhagen und Basepohl in Mecklenburg-Vorpommern bildeten rund 7000 Bürger eine Menschenkette aus Protest gegen die geplante Schließung der dortigen Bundeswehrstandorte. Der betroffene Landkreis Demmin gehöre ohnehin schon zu den strukturschwächsten Regionen Deutschlands, sagte Stavenhagens Bürgermeister Gerd Mahnke. Auch der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (SPD), befürwortete die Rettung der Standorte. Er wolle versuchen, noch Umschichtungen bei den Truppenreduzierungen zu erreichen. Nach den Plänen von Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sollen die Standorte Stavenhagen und Basepohl mit 1042 Dienstposten komplett wegfallen.

Vor dem Kreiswehrersatzamt in Itzehoe demonstrierten rund 3000 Menschen für den Erhalt der Bundeswehrstandorte im schleswig-holsteinischen Landkreis Steinburg. Aus Hohenlockstedt, wo das Heeresfliegerregiment "Hungriger Wolf" abgezogen werden soll, formierte sich ein Protestzug in Richtung Itzehoe. Aus Glückstadt, wo eine Marinekaserne schließen soll, fuhr ein Autokorso in die Kreisstadt.

Scharping hatte sein Standortkonzept in der vergangenen Woche vorgelegt. Danach sollen von 440 größeren Standorten 39 geschlossen, 40 weitere verkleinert werden.

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