Politik : Burundi droht mit Einmarsch in Kongo

Christoph Link

Nairobi - Vier Tage nach dem Massaker an 160 Tutsi-Flüchtlingen in Burundi haben Burundi sowie Ruanda unverhohlen mit einem Einmarsch in die Demokratische Republik Kongo gedroht. Die Mörderspur führt offenbar nach Kongo. Der burundische Armeechef bezichtigte kongolesische Regierungssoldaten, an der Bluttat beteiligt gewesen zu sein.

Die beiden Staaten Ruanda und Burundi haben eine Bevölkerungsmehrheit von Hutu, aber ihre militärische und politische Elite wird von der Minderheit der Tutsi gestellt. Beide Regime fühlen sich durch die Ermordung von 160 kongolesischen Tutsi im Flüchtlingscamp Gatumba in Burundi stark provoziert. „Ich schließe eine Offensive gegen die Demokratische Republik Kongo nicht aus“, teilte der burundische Armeechef Germain Niyoyankana mit. Zu der Bluttat hatte sich die kleine burundische Rebellengruppe FNL bekannt. Doch Beobachter gehen davon aus, dass die Angreifer aus kongolesischem Staatsgebiet einsickerten und aus einer tutsi-feindlichen Allianz von Hutu-Rebellen aus Kongo bestehen. Armeechef Niyoyankana behauptete gar, dass die kongolesische Regierungsarmee „direkt oder indirekt“ an dem Massaker vom Freitag beteiligt gewesen sei. Seit Jahren wird von Kongos Nachbarstaaten Ruanda und Burundi beklagt, dass die kongolesische Regierungsarmee versprengte Hutu-Rebellen und Verantwortliche des Genozides von 1994 in ihren Reihen habe.

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