Politik : Bush besucht Deutschland – aber nicht Berlin

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Berlin US-Präsident George W. Bush kommt im Februar 2005 zum zweiten Mal nach Deutschland. Bush werde Bundeskanzler Schröder aber nicht in Berlin, sondern „in einer kleinen Stadt in Deutschland“ treffen, hieß es am Donnerstag in deutschen Regierungskreisen.

Bush wird am 22. Februar in Brüssel zu einem Besuch bei EU und Nato erwartet. Er wird dann nach Großbritannien reisen und wahrscheinlich auch den französischen Präsidenten Chirac treffen. „Die Bundesregierung geht davon aus, dass der Präsident dann auch nach Deutschland kommen wird“, sagte ein Regierungsssprecher. Über Einzelheiten des Besuchs verhandelt derzeit Schröders außenpolitischer Berater Bernd Mützelburg mit der künftigen US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington.

Über den Ort des Gesprächs war bis Donnerstagabend noch nicht entschieden. Erwogen werde sowohl ein Treffen nach einem Besuch Bushs in einem US-Militärstützpunkt wie auch ein Schauplatz mit „symbolischer“ Bedeutung, hieß es. Auf einer amerikanischen Vorschlagsliste stehen Städte wie Meißen und Frankfurt (Oder) direkt an der Grenze zum neuen EU-Mitglied Polen.

Da in Berlin mit massiven Protesten gegen Bushs Irakpolitik zu rechnen wäre, sprechen sowohl aus deutscher wie aus amerikanischer Sicht Gründe für ein Treffen außerhalb der Hauptstadt: Bush bleiben TV-Berichte über Großproteste erspart, die Gastgeber müssen nicht durch aufwändige Sicherheitsmaßnahmen ihre Hauptstadt lahmlegen. Wie aus dem Kanzleramt verlautete, liegt bereits eine Gegeneinladung aus Washington an den Kanzler für das erste Halbjahr 2005 vor.

Erstmals war Bush als Präsident am 22. und 23. Mai 2002 zu Gast in Deutschland. Wegen der deutschen Position zum Irakkrieg war es danach zu Verstimmungen gekommen. Bush und Schröder sahen sich unter anderem beim Nato-Treffen in Prag, in der russischen Stadt St. Petersburg und bei mehreren G-8-Gipfeln. Im Weißen Haus in Washington trafen sich beide zuletzt Ende Februar. Davor hatten beide im vergangenen September in New York persönlich miteinander gesprochen – nach Beilegung des Konflikts um den Irakkrieg. dpa/hmt

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