Politik : Bush fordert UN-Truppen für Krisenregion Darfur

Cotonou - Zu Beginn seiner wohl letzten Afrikareise als US-Präsident hat sich George W. Bush für ein Eingreifen der Vereinten Nationen in der westsudanesischen Krisenregion Darfur ausgesprochen. In Darfur müsse eine robuste UN- Friedenstruppe installiert werden, um dem Leiden ein Ende zu bereiten, sagte Bush in Benins Hauptstadt Cotonou.

Zudem forderte er eine Beilegung der Krise in Kenia und kündigte an, dass US-Außenministerin Condoleezza Rice am Montag nach Nairobi reisen wird, um Präsident Mwai Kibaki und seinen Rivalen Raila Odinga zu treffen. Nach den Gesprächen in Benin reiste Bush nach Tansania weiter. In den kommenden Tagen besucht er auch noch Ruanda, Ghana und Liberia.

Es gebe keine andere Möglichkeit, als UN-Friedenstruppen nach Darfur zu schicken, sagte Bush bei einem Treffen mit Benins Präsidenten Boni Yayi. In dem Krisengebiet kämpfen seit Februar 2003 Aufständische gegen regierungstreue Milizen. Nach UN-Schätzungen starben dabei bislang mindestens 200 000 meist unbeteiligte Menschen, mehr als zwei Millionen sind auf der Flucht.

Bei ihrem Kurzbesuch in Kenia werde seine Außenministerin die „klare Botschaft“ überbringen, dass die USA ein Ende der Gewalt wünschten, sagte Bush. Kenia ist seit der Präsidentenwahl am 27. Dezember, deren Rechtmäßigkeit auch von internationalen Beobachtern bezweifelt wird, in einer Krise. Bei Unruhen kamen etwa 1000 Menschen ums Leben, hunderttausende sind auf der Flucht.

Mit Blick auf Afrika sagte Bush: „Das ist ein großer Kontinent, und ganz ohne Frage ist hier nicht alles perfekt.“ Auf der anderen Seite gebe es eine Menge Erfolge, und „die USA freuen sich, wenn sie an diesen Erfolgen beteiligt sind“. Er wolle mit seinem Besuch in Afrika künftigen Präsidenten und dem Kongress zeigen, dass die USA ein nationales und moralisches Interesse an Afrika haben müssten.

Bush sagte, er habe mit Yayi auch über den Kampf gegen Malaria und die Bekämpfung der Armut gesprochen. Um die Zahl der Malariafälle zu senken, hat die Regierung in Benin seit Oktober vergangenen Jahres 1,4 Millionen Moskitonetze an schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren verteilt. Die USA hatten die Kampagne maßgeblich mitfinanziert. AFP

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