Politik : Bush gratuliert nicht

USA wollen nur in einzelnen Fragen mit Berlin kooperieren

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Berlin/Washington (Tsp/dpa). Europäische Regierungen haben Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Montag zum Wahlsieg gratuliert. US-Präsident George W. Bush gratulierte entgegen den Gepflogenheiten dagegen nicht. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte am Montag lediglich: „Die deutschen Wähler haben gesprochen. Die USA werden mit der Bundesregierung in Fragen von gemeinsamem Interesse zusammenarbeiten.“ Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, der Wahlkampf habe die deutsch-amerikanischen Beziehungen „vergiftet“.

Vor Kanzler Schröder liegt nach Ansicht von US-Regierungskreisen viel Arbeit, um die beschädigten deutsch-amerikanischen Beziehungen zu reparieren. Die Beziehungen hätten durch Schröders „Ausfälle während des Wahlkampfes“ Schaden genommen, hieß es in den Regierungskreisen am Montag. US-Außenminister Colin Powell führte am Montag ein langes Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Joschka Fischer (Grüne). Er habe Fischer persönlich zum Wahlsieg gratuliert, hieß es in Diplomatenkreisen.

Der britische Premier Tony Blair gratulierte Gerhard Schröder noch in der Wahlnacht. Er freue sich auf die Fortsetzung der „sehr guten und sehr engen“ Zusammenarbeit, sagte Blair. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac beglückwünschte Schröder zu dessen „schönem Sieg“. „Du kannst versichert sein, dass ich mit Dir gemeinsam alles tun werde, um die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland weiterzuentwickeln“, hieß es in dem handschriftlich verfassten Brief.

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