Bush-Memoiren : Ex-Kanzler Schröder: "Bush sagt nicht die Wahrheit"

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Vorwurf des früheren US-Präsidenten Bush zurückgewiesen, ihn im Vorfeld des Irak-Kriegs getäuscht zu haben. Hintergrund ist eine Passage aus den Bush-Memoiren.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (l) traf am 27.06.2005 im Oval Office des Weißen Hauses in Washington mit US-Präsident George Bush (r) zusammen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (l) traf am 27.06.2005 im Oval Office des Weißen Hauses in Washington mit US-Präsident George Bush...Archivfoto: dpa

„Der frühere amerikanische Präsident Bush sagt nicht die Wahrheit“, erklärte Schröder am Dienstag in Berlin. Hintergrund ist eine Passage aus den Memoiren von George W. Bush, in der von einem Treffen im kleinen Kreis im Weißen Haus am 31. Januar 2002 die Rede ist. Der Ex-Kanzler habe ihm dabei die volle Unterstützung für seine Irak-Politik zugesagt, schreibt Bush.

Schröder erklärte dagegen, dass es in dem Gespräch um die Frage gegangen sei, ob die Terroristen, die für die Anschläge des 11. September 2001 in den USA verantwortlich waren, von Saddam Hussein unterstützt würden. „Wie auch bei meinen späteren Treffen mit dem US-Präsidenten habe ich damals deutlich gemacht, dass Deutschland, sollte sich der Irak wie zuvor Afghanistan tatsächlich als Schutzraum und Zufluchtsort für Al-Qaida-Kämpfer erweisen, zuverlässig an der Seite der USA stehen würde“, heißt es in der Erklärung. „Dieser Begründungszusammenhang war jedoch, wie sich im Laufe des Jahres 2002 herausstellte, falsch und konstruiert.“

Bush fühlte sich offenbar von Schröder getäuscht, wie er in seinem am Dienstag veröffentlichten Buch „Decision Points“ („Entscheidungspunkte“) darlegt. Demnach soll der Ex-Kanzler ihm geantwortet haben: „Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig. Nationen, die den Terrorismus unterstützen, müssen mit Konsequenzen rechnen. Wenn Sie es schnell und entschieden erledigen, dann bin ich mit Ihnen.“ Dies habe er als „Erklärung der Unterstützung“ aufgenommen, schreibt Bush. Einige Monate später im deutschen Bundestagswahlkampf sei Schröder dann von der Zusage abgerückt zu sein, beklagt der frühere US-Präsident. (AFP)

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