Politik : Bush sieht Fortschritte in Gesprächen mit Nordkorea Seoul gegen militärisches Eingreifen

Streit zwischen Roh und den USA?

-

Washington/Seoul (dpa). USPräsident George W. Bush sieht Fortschritte bei der Suche nach einer friedlichen Lösung des Konflikts um die nordkoreanischen Atomwaffen. Beim ersten Treffen mit dem neuen südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun machte Bush in Washington jedoch keine von Seoul gewünschte Konzession in seiner harten Haltung gegenüber Pjöngjang. Nordkorea rief die USA auf, sich „von ihrer feindlichen Politik gegenüber der Volksrepublik loszusagen“.

„Ich habe dem Präsidenten (Roh) versichert, dass wir uns für eine friedliche Lösung einsetzen werden“, sagte Bush. „Wir machen dabei gute Fortschritte.“ In ihrer gemeinsamen Erklärung heißt es, die USA und Südkorea „werden keine Atomwaffen in Nordkorea tolerieren“. Wachsende Bedrohungen auf der koreanischen Halbinsel verlangten „weitere Schritte“.

Die USA ziehen ein Wirtschaftsembargo in Erwägung und haben eine militärische Lösung bislang nicht ausgeschlossen – zwei Punkte, die die Regierung in Seoul mit Sorge betrachtet. Die Präsidenten erwähnten in ihrer Erklärung auch die geplante Umgruppierung der knapp 37 000 US-Soldaten in Südkorea. Zusagen Washingtons über einen Aufschub der Neuorganisation erhielt Roh nicht. DIe Gesamtzahl der US-Soldaten könnte indes reduziert werden.

Bush und Roh bezeichneten die Gespräche als äußerst offen. „Der Präsident drückt seine Meinungen sehr klar aus“, sagte Bush. „Wir hatten eine sehr offene und ehrliche Diskussion“, sagte Roh. Solche Formulierungen deuten in der Diplomatensprache meist auf eine stürmische Begegnung hin. Das Treffen zwischen Bush und Rohs Vorgänger Kim Dae Jung, der für seine Bemühungen um Annäherung an Nordkorea den Friedensnobelpreis erhalten hatte, war vor zwei Jahren im Desaster geendet.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar