Politik : Bush trennt sich von Sprecher und degradiert Berater

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Washington - Der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Scott McClellan, tritt zurück. Das gaben die beiden am Mittwoch in Washington bekannt. Der 37-Jährige hatte das Amt seit Juli 2003 ausgeübt. Der Nachfolger steht noch nicht fest. Das „White House Press Corps“ hatte McClellan kritisiert, dass er nicht ausreichend über wichtige Vorgänge wie Bushs Verwicklung in die Enttarnung einer CIA-Agentin informiere.

Bushs enger Berater Karl Rove verliert an Einfluss. Er muss die politische Koordinierung an Joel Kaplan abgeben. Der war bisher Vizeabteilungsleiter Budget und Finanzen und rückt nun zu einem weiteren Vizestabschef neben Karl Rove und Verwaltungschef Joe Hagin auf.

Die Wechsel sind Teil eines größeren Personalumbaus im Weißen Haus – offenbar eine Reaktion auf Bushs schlechte Umfragewerte, die Kritik an seiner Irakpolitik und politische Niederlagen im Kongress. Vor drei Wochen hatte der Präsident angekündigt, dass er seinen Stabschef austauscht. An Andrew Cards Stelle tritt Joshua Bolten, bisher Abteilungsleiter Budget und Finanzen im Weißen Haus. Er soll die reibungslosen Abläufe organisieren, für die Bushs Regierung in der ersten Amtszeit bekannt war.

Neuer Abteilungsleiter Budget und Finanzen wird Rob Portman, bisher Handelsbeauftragter. Sein Wechsel könnte bedeuten, dass die USA nicht mehr an einen Erfolg der Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) glauben, die eine Entwicklungsrunde werden sollte. cvm

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