Politik : Bushs Klimaschutz-Programm

Das Klimaschutz-Konzept des amerikanischen Präsidenten George W. Bush ist weltweit verhalten aufgenommen worden. Die Europäische Union kritisierte es als unzureichend. Es stelle keine Alternative zum Kyoto-Protokoll dar, sagte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström. Bushs Plan werde zu einem beträchtlichen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen führen. Wallström sagte: "Das Kyoto-Protokoll ist das einzige effektive Instrument im Kampf gegen die Erderwärmung, und wir fordern die USA auf, zum Kyoto-Prozess zurückzukehren."

In Japan gibt es dagegen unterschiedliche Bewertungen in der Regierung. Außenministerin Yoriko Kawaguchi lobte das Programm der US-Regierung als "ernsthaften Beitrag", den globalen Klimawandel aufzuhalten. Dennoch werde Japan seine Bemühungen um eine Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch das Parlament fortsetzen, kündigte die ehemalige Umweltministerin an. Umweltminister Hiroshi Oki dagegen sagte, sein Land sei nicht zufrieden mit dem Entwurf. "Es ist offensichtlich, dass mit diesem Plan nicht das Ziel einer siebenprozentigen Reduktion erzielt werden wird, dem sich die USA in Kyoto verpflichtet hatten."

Kanadas Umweltminister David Anderson sagte, das Bush-Programm reiche nicht aus. Es sei "nicht der beste Ansatz", kritisierte der kanadische Umweltminister David Anderson. Auch Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ist enttäuscht. "Auf Grund seiner Unverbindlichkeit ist kaum damit zu rechnen, dass die ohnehin schon hohen US-Emissionen nennenswert, wenn überhaupt, sinken werden", sagte Trittin. Das Kyoto-Abkommen müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden. Zudem müsse Amerika wieder in das System integriert werden. "Wir dürfen das Land nicht aus seiner Verantwortung entlassen", sagte Trittin. Unterstützung bekam Bush aus Australien. Premierminister John Howard sagte, die USA hätten sich ernsthaft um eine Alternative zum Kyoto-Protokoll bemüht. "Dies ist eine sehr positive Sache."

Kritik gibt es jedoch im amerikanischen Senat. "Ohne eine Reduzierung von CO2 ist dieser Vorschlag unzureichend", sagte der parteilose Senator Jim Jeffords aus Vermont, der einen Gegenentwurf vorgelegt hatte.

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