Casdorffs Agenda : 30 Jahre Umweltministerium: Gute Investition

Jeder, der heute etwas ist, war dort einmal Chef. Jetzt wird das Umweltministerium 30. Eine kleine Würdigung.

Stephan-Andreas Casdorff
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgenommen in Berlin.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgenommen in Berlin.Foto: dpa

Es sind schon wieder 30 Jahre her, dass das Bundesumweltministerium gegründet wurde. Der Anlass war traurig: die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Das Ergebnis heute ist großartig: Keine Bewegung von unten hat so viel Erfolg aufzuweisen wie die Umweltbewegung. Der Atomausstieg ist beschlossene Sache, auch von den Konservativen, die Grünen sind darüber zu einer dauerhaften politischen Macht geworden, die inzwischen einen Regierungschef stellen.

Umweltorganisationen haben ein Verbandsklagerecht, im Kyoto-Protokoll von 1997 wurde der erste internationale Klimavertrag auf den Weg gebracht, das Klimaabkommen von Paris dieses Jahr zeigt den ambitionierten Anspruch, seit Rio 1992 gibt es große Nachhaltigkeitsgipfel – das Ressort ist eine gute Schule, Machbarkeit mit Standfestigkeit zu verbinden.

Kanzlerin Angela Merkel ist durch diese Schule gegangen, Vizekanzler Sigmar Gabriel, Kanzleramtschef Peter Altmaier auch. Die Amtsinhaber verschiedener Couleur haben jeweils mit Maß regiert. Unter Würdigung dessen ist es Zeit zu erwägen, dem Ministerium ein Vetorecht für umweltrelevante ökonomische Entscheidungen im Kabinett zuzugestehen. Als Zukunftsinvestition.

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