Casdorffs Agenda : Angstbeißer China

Drohungen, harsche Töne und Verluste an den Aktienmärkten. China steht gar nicht gut da. Das wird auch Konsequenzen für den Westen haben.

von
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

China ist unter Druck - wie sehr, das sieht man am Verhalten der Staatsführung. Es ist das Verhalten von Angstbeißern. Journalisten werden bedroht, Künstler und Netzaktivisten sowieso, der Ton gegenüber Taiwan und Tibet wird verschärft und mit Waffengewalt und Repression gedroht. Zugleich wächst der Unmut in der eigenen Bevölkerung.

Die Jungen finden, dass sie zu wenig verdienen, die Alten finden, dass die Jungen zu viele Privilegien haben, die mittleren Funktionärskader finden die führenden korrupt und umgekehrt, die führenden halten die anderen für unfähig... Und währenddessen verfallen die Kurse an den Aktienmärkten. Nicht einmal staatliche Stützungskäufe in Milliardenhöhe halten den Verfall auf. China ist unter Druck - und die Führung sieht ihre Aktien sinken. Der Westen wird das noch zu spüren bekommen.

Casdorffs Agenda erscheint jeden Morgen in der Morgenlage, dem Newsletter für Politik- und Wirtschaftsentscheider, den sie hier kostenlos abonnieren können.


» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

7 Kommentare

Neuester Kommentar