Casdorffs Agenda : Bischöfe kritisieren Amtsbrüder in Polen und Ungarn

Die Kommission der katholischen Bischofskonferenzen der EU greift die Regierungen und Bischöfe in Polen und Ungarn hart an. Ohne Absprache. Dabei ist Diplomatie in Zeiten des Flüchtlingsthemas ganz besonders wichtig. Ein Kommentar.

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Kardinal Reinhard Marx eröffnet mit einem Gottesdienst im Februar 2016 die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.
Kardinal Reinhard Marx eröffnet mit einem Gottesdienst im Februar 2016 die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.Foto: dpa

Als gäbe es noch nicht genügend Probleme in Europa. Innerhalb der Staatengemeinschaft gibt es Ärger über die Flüchtlingsfrage, außerhalb jetzt auch. So wie in der Kommission der Bischofskonferenzen der EU (Comece). Sie veröffentlicht in ihrem neuesten Rundbrief "Europe-Infos" harte Angriffe auf die Regierungen in Polen und Ungarn und auf die Bischöfe in beiden Ländern. Die Comece ist das Brüsseler Verbindungsbüro der katholischen Bischöfe. Der deutsche Kardinal Reinhard Marx ist Vorsitzender. Abgesprochen mit ihm waren die Angriffe nicht, und mit der ungarischen und der polnischen Bischofskonferenz hatte vorher auch niemand gesprochen. Diplomatie geht anders. Vor allem in einer Zeit, in der sie wegen des Flüchtlingsthemas ganz besonders wichtig ist. Wie man am wiederholten Ärger auf den EU-Gipfeltreffen sehen kann.

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