Casdorffs Agenda : Das Amt des US-Präsidenten erzieht jeden

Donald Trump scheint als Kandidat der Republikaner nicht zu verhindern. Aber vielleicht wird es nicht so schlimm, wie die Auftritte befürchten lassen.

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Donald Trump geht mit großen Schritten in Richtung Präsidentschaftskandidatur.
Donald Trump geht mit großen Schritten in Richtung Präsidentschaftskandidatur.Foto: REUTERS

Wer hat Angst vor Donald Trump? Die Republikaner, genauer: deren Establishment. Die Arrivierten. Sie haben Angst, dass er sie noch weiter in eine Ecke drängt, in der sie schon sind: bei den alten, weißen, männlichen Wählern mit geringer Bildung.Das aber ist nicht Amerika, und erst recht nicht heute. Das Amerika, das einen Schwarzen zum Präsidenten hat, ist divers.

Ironischerweise war auch Trump mal so. Nicht nur ein Alb-Trump. Er ist ja kein in der Wolle gefärbter Konservativer, war auch mal für Hillary, mal Demokrat. Er ist von Hause aus reich, war auf einem guten Ostküstencollege. Es gibt nicht gerade große Hoffnung, dass die Republikaner ihn noch verhindern können. Da ist die Chance noch größer, dass er nicht Präsident wird.

Aber wenn - dann kommt es vielleicht nicht ganz so schlimm, wie seine Auftritte befürchten lassen. Denn, nicht zu vergessen: Das Amt erzieht. Die US-Präsidentschaft ist keine Fernsehshow, sondern harte Arbeit, Teamarbeit, allerhöchste Verantwortung, 365/24. Alle, die das Amt je inne hatten, haben das zu spüren bekommen. Ausnahmslos. Und sollte es tatsächlich so kommen, dass das Amt Donald Trump im Letzten doch ein wenig Angst macht, oder wenigstens Respekt einflößt - dann wäre das nur gut. Ein Grund zur Hoffnung.

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