Casdorffs Agenda : Das Tricksen bei der Elektroschrott-Annahme muss aufhören

Die Umwelthilfe wirft vielen Händlern Sabotage bei der Rücknahme von Elektroschrott vor. Das ist auch ein politisches Problem. Ein Kommentar.

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Ausgediente Elektrogeräte, Fernseher und Computerbildschirme auf einem Firmenhof.
Ausgediente Elektrogeräte, Fernseher und Computerbildschirme auf einem Firmenhof.Foto: dpa

Was nutzen die besten Gesetze, wenn sich keiner daran hält? Oder sagen wir: nur ungern. So bei einem wirklich verbrauchernahen. Da hat doch die Deutsche Umwelthilfe jetzt einen Test bei 45 Handelsunternehmen gemacht, bei großen Elektrofachgeschäften, Baumärkten, Möbelhäusern und Online-Händlern, und festgestellt: Die Mehrheit des Handels informiert schlecht oder verweigert die Annahme von Elektroschrott.

Zum Hintergrund: In Deutschland werden jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektrogeräte verkauft, aber nur 40 Prozent davon landen im Recycling. Seit Ende Juli können bestimmte Elektrogeräte aber bei großen Händlern zur ordnungsgemäßen Entsorgung abgegeben werden. Die aber erschwert wird: durch zusätzliche Kosten, lange Wartezeiten und einen hohen Packaufwand. Oder der Händler nimmt sie gar nicht zurück.

Das ist ein Verbraucherproblem, ein Umweltproblem - und ein politisches. Das muss jetzt rasch gelöst werden. Denn Gesetze sollen ja einen Nutzen entfalten.

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