Casdorffs Agenda : Der Ehrgeiz des Frank-Walter Steinmeier

Die Ambitionen des Außenministers sind klar: Deutschland will zurück in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Ein Kommentar.

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Engagiert: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Engagiert: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).Foto: dpa

Ehrgeizig ist er, Frank-Walter Steinmeier, der Außenminister. Für sich, das auch, nur merkt man das nicht immer so, und für Deutschland. Neulich erst verfasste er in der Fachzeitschrift "Foreign Affairs" das Pflichtenheft für eine "nachdenkliche Macht", wie er Deutschland nannte - und es klang, als schriebe Steinmeier auch über sich selbst.

Jetzt kommt die Meldung, dass Deutschland wieder in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will, vorerst als nichtständiges Mitglied. 15 Mitglieder hat der Rat, fünf sind ständige, die anderen werden einmal im Jahr für eine Zwei-Jahres-Periode gewählt. Deutschland bewirbt sich für die Periode 2019/20. Gewählt wird dafür im Sommer 2018.

Insgesamt haben die UN 193 Mitgliedsstaaten, zwei Drittel müssen zustimmen. Klar ist: Wird Deutschland im ersten Wahlgang und dazu noch hoch gewählt, ist das gut für die Ambition auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat. Das wiederum will Steinmeier schon länger erreichen. Und bestimmt am liebsten in seiner Zeit als Außenminister. Also muss es sein Ehrgeiz sein, 2018 noch zu regieren.

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