Casdorffs Agenda : Europa sollte dem Papst zuhören

In der Griechenland-Krise belässt es der Papst nicht bei Kapitalismuskritik. Europa sollte diesem Papst genau zuhören.

Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Was sagt eigentlich der Papst zu alledem, zu Griechenland und so? Wer Franziskus zuhört, könnte auf den Gedanken kommen: Der ist ja ein Linker, ökonomisch gesehen. Gut, das waren irgendwie alle Päpste der Neuzeit. Sie waren gegen die Auswüchse des Kapitalismus, die Durchökonomisierung aller Lebensbereiche.

Doch dieser Papst klingt noch einmal härter. Franziskus glaubt, dass die ungehemmte Form des Wirtschaften töten kann. Der Papst als Befreiungstheologe? Mit Blick auf Griechenland hat er Verständnis für die bedrängte Situation. Aber schlägt sich nicht auf eine Seite. Franziskus belässt es nicht bei Kapitalismuskritik - auf verantwortliches Handeln legt er den allergrößten Wert. Das christlich-abendländische Europa sollte diesem Papst genau zuhören.

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