Casdorffs Agenda : Feilen in der deutschen Zukunftswerkstatt

Millionen Schutzsuchende in Deutschland zu integrieren, ist eine gesellschaftliche und eine staatliche Aufgabe. Da muss sich eine ganz große Koalition an die Arbeit machen.

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Lernen für das Leben in der neuen Heimat. Flüchtlingsmädchen während des Unterrichts in der Sprachlernklasse in der Peter-Ustinov-Schule in Hannover.
Lernen für das Leben in der neuen Heimat. Flüchtlingsmädchen während des Unterrichts in der Sprachlernklasse in der...Foto: Peter Steffen/dpa

Zukunftswerkstatt - ein schönes Wort. Und wie passend! Die SPD hat diese Werkstatt gerade eröffnet, gerade rechtzeitig. Denn die Zukunftsfrage lautet: Wie integriert Deutschland Millionen Geflüchtete, Schutzsuchende. So viele werden es werden, da darf sich niemand etwas vormachen. Oder den schon hier Lebenden etwas vormachen.

Ja, Wolfgang Thierse hat recht: Glücklich das Land, das sich im Jahr 25 seiner Wiedervereinigung und nach allem, was vorher war, rühmen darf, der größte Hoffnungsort auf der Welt zu sein. Aber diese Hoffnungen dürfen nicht enttäuscht werden - weil die Enttäuschungen umso größer würden. Das bedeutet, dass sich jetzt erst recht eine große Koalition an die Arbeit machen muss.

Nur mit dem Herzen sieht man gut, und deshalb müssen alle guten Willens sehen, dass es eine gesellschaftliche und eine staatliche Aufgabe ist. Der Staat, der Bund wird vorangehen müssen. Bei allem. Sechs Milliarden Euro werden nicht ausreichen, die Aufgabe zu bewältigen. Nicht finanziell, nicht ideell. Aber es kann alles noch gut werden. Sie beginnen doch zu feilen in der Zukunftswerkstatt, der deutschen.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur

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