Casdorffs Agenda : Genscher und Westerwelle: Viel gemeinsam

Es ist endlich Zeit, nicht nur der Person Guido Westerwelle zu gedenken, sondern auch auch seine Politik zu würdigen.

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Nur mit wenigen Tagen Abstand gestorben: Guido Westerwelle und sein großes Vorbild Hans-Dietrich Genscher. Foto: Susann Prautsch/dpa
Nur mit wenigen Tagen Abstand gestorben: Guido Westerwelle und sein großes Vorbild Hans-Dietrich Genscher.Foto: Susann Prautsch/dpa

Heute wird im Auswärtigen Amt noch einmal des Ministers Guido Westerwelle gedacht. Die Gedanken werden dabei auch bei Hans-Dietrich Genscher sein. Das ist richtig und würdig. Denn Westerwelles Vorbild im Amt war Genscher. Seinethalben wollte er Außenminister werden. Ganz in dessen Sinn trat Westerwelle entschieden für militärische Zurückhaltung ein. Die Bundeskanzlerin stellte eben klar, dass der umstrittene Entschluss, sich bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine Intervention in Libyen zu enthalten, mit ihr getroffen wurde. Doch nur Westerwelle war es angelastet worden. Auch weitere nukleare Abrüstung forderte er immer wieder ein - und das Thema gewinnt gerade neue Aktualität. Die jüngste Rede des US-Präsidenten gibt ihm posthum recht.

Tagesspiegel-Chefredakteur Stefan-Andreas Casdorff Foto: Mike Wolff/TSP
Tagesspiegel-Chefredakteur Stefan-Andreas CasdorffFoto: Mike Wolff/TSP

Deutschland, das wollten Genscher wie Westerwelle, sollte atomwaffenfrei werden. Was ist falsch daran? Vielleicht wird Westerwelles Politik eines Tages noch gewürdigt. Vielleicht sogar heute? Und wenn nicht vom Außenamtschef, dann vom EU-Kommissionspräsidenten, der auch sprechen wird. Das würde beiden gefallen, Westerwelle und Genscher.

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