Casdorffs Agenda : Genscher weiß, wovon er redet

Hans-Dietrich Genscher hat zu einem Neuanfang in den Beziehungen zu Moskau aufgerufen. Warum soll es nicht gelingen, wieder ins Gespräch zu kommen?

Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Es ist alles lange her – und doch gerade brandaktuell. Die Schlussakte von Helsinki 1975, die Charta von Paris 1990, die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen im selben Jahr, alle hatten sie ihren Anteil daran, die Nachkriegsordnung in Europa zu finden: über Kooperation zu Frieden und Stabilität. Darauf aufzubauen, immer wieder neu, hat jetzt unser Langzeitaußenminister (1974-1992) Hans-Dietrich Genscher im Blick auf Russlands Präsident Wladimir Putin gefordert.

Genscher weiß, wovon er redet: Er hat noch mit Sowjet-Generalsekretären verhandelt. Pragmatisch, praktisch, damit es sich für unseren Kontinent zum Besseren wendet. Es ist gelungen, wie man sieht. Warum soll es jetzt nicht auch gelingen, wieder ins Gespräch zu kommen? Daran erinnert der heutige Besuch Petro Poroschenkos in Berlin, des Präsidenten der Ukraine, die sich im Konflikt mit Russland befindet. Wer das verändern will, muss reden. Und sollte vorher einmal in die Akten schauen.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur

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