Casdorffs Agenda : Gesichtserkennung in Berlin: Der Aufschrei der SPD bleibt aus

Am Südkreuz wurden Kameras aufgestellt. Die SPD kritisiert das kaum. Mehr Sicherheit zu vermitteln ist das, was nicht zuletzt ihre Wähler wollen. Ein Kommentar.

von
Bahnhof Südkreuz: Kameraüberwachung mit Gesichtserkennung.
Bahnhof Südkreuz: Kameraüberwachung mit Gesichtserkennung.Foto: Mike Wolff

So ändern sich die Zeiten - mit Kameras am Berliner Bahnhof Südkreuz soll es gelingen, Gefährder im Vorfeld zu erkennen und Anschläge zu verhindern. Das hofft der Bundesinnenminister von der CDU. Der Aufschrei bei der SPD? Bleibt aus. Vor gar nicht allzu langer Zeit wäre das noch als untragbarer Eingriff in die Grundrechte und als Einstieg in den Überwachungsstaat verdammt worden.

Heute weiß die SPD: Mehr Sicherheit zu vermitteln ist das, was nicht zuletzt ihre Wähler wollen. Heinz Buschkowsky lässt sich "lieber filmen als verprügeln". Damit spricht der langjährige Bürgermeister von Neukölln der großen Mehrheit der Genossen aus der Seele.

Und nicht nur der. Im Bahnhof Südkreuz wird übrigens bei dem Feldversuch eine Fläche markiert, wo Kameras mit Gesichtserkennung Bilder auswerten. Markiert deshalb, damit jeder die Fläche meiden kann. Dreihundert Testpersonen haben sich freiwillig gemeldet - wie uns die Zeiten ändern.

Casdorffs Agenda erscheint jeden Morgen in der Morgenlage, dem Newsletter für Politik- und Wirtschaftsentscheider, den sie hier kostenlos abonnieren können. 

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben