Casdorffs Agenda : Hoffnungszeichen im Fall Yücel

Wenn die Türkei noch zu den Demokratien gezählt werden soll, muss Deniz Yücel nach dem Verfassungsreferendum freikommen - spätestens.

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Mit einem Autokorso demonstrieren Berliner am 28. Februar vor dem Bundeskanzleramt für die Freilassung von Deniz Yücel.
Mit einem Autokorso demonstrieren Berliner am 28. Februar vor dem Bundeskanzleramt für die Freilassung von Deniz Yücel.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Erleichterung von Außenamtschef Sigmar Gabriel ist noch nicht groß, aber verständlich: Dass der knapp zweistündige Besuch von Georg Birgelen, dem deutschen Generalkonsul, bei Deniz Yücel ohne Probleme verlaufen ist - das ist immerhin ein Hoffnungszeichen. Dass sich Gabriels türkischer Amtskollege für diesen Besuch eingesetzt hat, ein weiteres. Nun endlich, nach langen Wochen des Wartens, gibt es Zugang zu Yücel.

Aber wie nicht anders zu erwarten, leidet der Journalist unter der Einzelhaft. Außenamts-Staatsminister Michael Roth ist gerade in Istanbul. Er hat gut daran getan, das Engagement für Yücel am Ort zu bekräftigen. Der weiß jetzt, dass sich alle nach Kräften für seine Freilassung einsetzen.

Das umstrittene Verfassungsreferendum, mit dem Recep Tayyip Erdogan seine präsidiale Macht ausdehnen will, ist am 16. April. Direkt danach, spätestens, muss Deniz Yücel freikommen, wenn die Türkei noch zu den Demokratien gezählt werden soll. Die Erleichterung wäre riesengroß.

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