Casdorffs Agenda : In München Diplomatie lernen

Die Trump-Administration wird zum ersten Mal auf der Münchner Sicherheitskonferenz vertreten sein. Dort wartet in Sachen Verteidigungsausgaben ein überraschender Vorschlag auf sie.

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Wird eine Menge Interessantes aus München mit nach Hause nehmen: US-Vizepräsident Mike Pence.
Wird eine Menge Interessantes aus München mit nach Hause nehmen: US-Vizepräsident Mike Pence.Foto: Mandel Ngan/AFP

Jetzt beginnt ja bald die Münchner Sicherheitskonferenz. Das ist schon mal gut, denn da wird der Westen, wird die Welt erfahren, vielleicht, was die Trump-Administration außenpolitisch vorhat. Immerhin kommt Vizepräsident Mike Pence. Der kann dann auch hören, wie sich die Partner den geforderten höheren Anteil an den Verteidigungsausgaben der Nato vorstellen. Dazu hat der Organisator der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, einen Vorschlag gemacht, den eigentlich kein Pence und auch kein Trump ablehnen können. Zum Hintergrund: Die Partner sollen zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung fürs Militär ausgeben. Nun sagt Ischinger, aus Eigeninteresse sollten die Europäer die zwei Prozent durch ein strategisch sinnvolleres Ziel ersetzen: für Verteidigungsausgaben, Entwicklungshilfe und diplomatisch-humanitäre Leistungen zusammen drei Prozent vorsehen. Ein guter Deal, oder? Wenn die Trump-Administration etwas über den Wert von Diplomatie erfahren will - in München kann sie es.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur

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