Casdorffs Agenda : Kalter Wind aus Nordost

Für viele ist die AfD eine Alternative. Die Gewinner-Verlierer-Bilanz in Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Diese Partei hat wohl ein längeres politisches Leben als einst vermutet.

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Anstoßen. Der Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm (Mitte) und die beiden stellvertretenden Bundesvorsitzenden Alexander Gauland (links) und Beatrix von Storch (rechts) jubeln am Sonntagabend in Schwerin über den Wahlerfolg.
Anstoßen. Der Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm (Mitte) und die beiden...Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Für wen ist die AfD eine Alternative? Gewählt wurde sie im Nordosten von 17 Prozent der Frauen, aber von 26 Prozent der Männer. Bei Männern in der Altersgruppe von 30 bis 44 beziehungsweise von 35 bis 59 Jahren ist sie sogar stärkste Partei, mit 28 und 30 Prozent. Nur bei der Generation 60plus führt die SPD, mit Abstand.

Das ist beunruhigend, denn die Zahlen zeigen: Die AfD hat möglicherweise ein längeres politisches Leben als zu ihrem Beginn vor dreieinhalb Jahren erhofft. Zumal diese Entwicklungen dazukommen: SPD und CDU - wie auch die Linke - verlieren bei den Arbeitern. Die AfD gewinnt. Die SPD ist bei den Wählern unter 45 auffällig schwach, die CDU ist nirgendwo richtig stark. Kurz: Durch die Republik weht eine kalter Wind aus Nordost Richtung Berlin.

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AfD in Mecklenburg-Vorpommern vor der CDU
AfD in Mecklenburg-Vorpommern vor der CDU



Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur

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