Casdorffs Agenda : Kanada, Kabinett und Kennedy

Kanada hat erst die Einwanderung erfunden und macht nun der Welt vor, wie ein beneidenswert satisfaktionsfähiges Kabinett aufzustellen ist.

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Volksliebling. Justin Trudeau umarmt Kanada. Und seine Landsleute umarmen zurück.
Volksliebling. Justin Trudeau umarmt Kanada. Und seine Landsleute umarmen zurück.Foto: dpa

Hope. Change. Yes, we can. Wir schaffen das. Das wär es doch: ein Aufbruch! Hinterm Horizont geht's weiter. Wie ein Blick auf Kanada zeigt. Genau, Kanada. Erst einmal, weil die dort die Einwanderung ja quasi erfunden haben. Und die Regeln dafür ebenso. Davon können wir was lernen. Aber auch, weil sie jetzt unter Premierminister Justin Trudeau genau das leben, das Leben in und mit einer Einwanderungsgesellschaft. Das neue Kabinett - so cool! Ein Sikh, Ex-Elite-Cop und dreimal Offizier in Afghanistan, wird Verteidigungsminister. Eine Indianerin wird Justizministerin. Ein Inuk Fischereiminister. Ein Ex-Astronaut Verkehrsminister. Eine Wirtschaftsjournalistin wird Handelsministerin. Eine ehemalige Spitzensportlerin bei den Paralympics Sportministerin. Ein Ex-Eishockeystar im Rollstuhl wird Veteranenminister. Und so weiter und so weiter. Trudeau! Das ist einer, den die USA auch gerne hätten, einer vom Schlage Kennedys. Den haben wir in Deutschland geliebt. Unser letzter Kennedy hieß Willy Brandt. Aber das ist lange her. Zu lange.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur

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