Casdorffs Agenda : Kein Vizekanzlerwahlverein

Sigmar Gabriels Solidarität mit seiner SPD rettet die Partei - vorerst. Langfristig kommt Manuela Schwesig. Bei der CDU wird dagegen noch anständig gewählt.

Kanzlerwahlverein, und die Kanzlerin macht mit. Generalsekretär Peter Tauber und Angela Merkel beim CDU-Parteitag.
Kanzlerwahlverein, und die Kanzlerin macht mit. Generalsekretär Peter Tauber und Angela Merkel beim CDU-Parteitag.Foto: Reuters

Nach dem Parteitag ist vor der Personaldebatte. Das gilt für die CDU wie für die SPD. Aber die Christdemokraten wählen ihre Vorsitzende Angela Merkel immerhin anständig, Kanzlerinnenwahlverein, der sie sind. Die Genossen, die sich Solidarität auf ihre Fahnen geschrieben haben, wollen eher ihren Vorsitzenden düpieren statt zu regieren. Da sind sie nicht einmal Vizekanzlerwahlverein. Aber der Vizekanzler, Sigmar Gabriel, hat sich entschieden: für Solidarität mit seiner SPD. Denn die hätte eine Führungsdiskussion vor den nächsten Landtagswahlen viel gekostet. Darum hat Gabriel der SPD gerade indirekt ein Angebot gemacht. Er tritt den abzusehenden Opfergang bei der nächsten Bundestagswahl an, um dann, mit moralischem Zugewinn, seine Nachfolge mitbestimmen zu können. Das wäre nicht das vermutete Duo aus Andrea Nahles und Olaf Scholz, sondern - Manuela Schwesig. Sie ist die Generation nach Gabriel und Merkel. Diese Personaldebatte kommt bestimmt. Schon vor dem nächsten Parteitag.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur


 

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