Casdorffs Agenda : Keine Gnade für den ehemaligen israelischen Präsidenten Mosche Katsav

Der achte Präsident Israels sitzt unter anderem wegen Vergewaltigung in Haft. Er will, dass ihm ein Teil seiner Strafe erlassen wird. Die Reaktion darauf ist bemerkenswert.

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Der ehemalige israelische Präsident Mosche Katsav -Foto: AFP

Der Fall ist einmalig: Ein Begnadigungsausschuss in Israel hat das Gesuch von Ex-Präsident Mosche Katsav einstimmig zurückgewiesen, ihm ein Drittel seiner Strafe von sieben Jahren Haft wegen Vergewaltigung, anderer sexueller Vergehen und Behinderung der Justiz zu erlassen. Katsav war 2010 verurteilt worden. Er will Berufung einlegen.

Bis heute weigert sich der achte Präsident Israels (von 2000 bis 2007), die Vergehen zuzugeben und Verantwortung zu übernehmen. Katsav sieht sich vielmehr selbst als Opfer und die zwei Fälle von Vergewaltigung als "Missverständnisse seitens der Frauen". Weil sie jung und unerfahren gewesen seien, hätten sie die Natur der Beziehung nicht verstanden und seine Handlungen falsch interpretiert. Katsav wäre gewillt, sich zu entschuldigen - aber nur für ein Missverständnis, nicht für eine Vergewaltigung.

Unter solchen Bedingungen einem Gnadengesuch zu entsprechen, würde nach Ansicht des Ausschusses "die falschen Signale senden". Diese Haltung zu solchen Verfehlungen eines Präsidenten ist in Nahost einmalig.

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