Casdorffs Agenda : Kiel nimmt Kurs auf Jamaika

Mit Torsten Albig ist der SPD eine weitere Spitzenkraft verloren gegangen. Schleswig-Holstein könnte nun zum Testfall für Schwarz-Gelb-Grün werden.

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Ende einer politischen Karriere. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zieht sich aus der Politik zurück.
Ende einer politischen Karriere. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zieht sich aus der Politik zurück.Foto: Axel Heimken/dpa

Immer mehr Granden gehen der SPD verloren. Nach Hannelore Kraft in Düsseldorf, die ihre Posten schnell geräumt hat, ist jetzt Torsten Albig in Kiel dran. Oder sagen wir so: Er hat ein Einsehen. Dass ein ehedem großartiger Pressesprecher, der seine Minister viele Male davor bewahrte, in Untiefen zu geraten, selbst mal solche Fehler machen würde - das Medienecho auf sein "Bunte"-Interview zum Ehe-Aus hat sicher auch zu seinem Rückzug geführt. Albig wurde ja auch nicht mehr gebraucht, nach dem Motto: Wenn wir auf ihn verzichten, dann kommt ihr, also die FDP, in eine Koalition mit SPD und Grünen. Nein, die "Ampel" ist tot. Darum wird das nördlichste Bundesland wohl ein Testfeld für die heiße Kombination "Jamaika" aus CDU, Grünen und FDP. Die Granden, auf die es da ankommt, Robert Habeck und Wolfgang Kubicki, haben die SPD ja links liegen lassen.

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