Casdorffs Agenda : Kim Jong Un fordert die Welt heraus

Nordkorea hat erneut eine Atomwaffe getestet. Der Sicherheitsrat hat Sanktionen verhängt, doch die müssen ausgeweitet werden.

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Kim Jong Un (4. v. l.) lässt sich - nach nordkoreanischer Darstellung - den Sprengkopf einer Wasserstoffbombe zeigen.
Kim Jong Un (4. v. l.) lässt sich - nach nordkoreanischer Darstellung - den Sprengkopf einer Wasserstoffbombe zeigen.Foto: AFP

Nordkorea ist Mordkorea und Kim Jong Un so eine Art Gang-Boss. Was nach Film klingt, ist bitter ernst. Findet auch der Weltsicherheitsrat. Der weitet die Sanktionen nach den neuen Atomwaffentests aus. Die Ausfuhr von Kohle, Eisen, Eisenerz, Blei, Bleierz, Fisch und Meeresfrüchten wird verboten. Fast ein Drittel der Exporteinnahmen ist auf diese Weise gekappt - die sowieso sonst sofort wieder ins Raketenprogramm fließen. Aber die UN müssten angesichts der Bedrohung durch den Diktator, der keine Grenzen kennt, noch weiter gehen: Jedem bekannten Mitglied des nordkoreanischen Regimes müsste jeglicher Zugang zu Geldquellen im Ausgang verwehrt werden. Um damit erstens nicht die Bevölkerung mit Sanktionen zu treffen - der geht es schon schlecht genug -, und zweitens Unzufriedenheit in der Kim-Clique zu säen. Das dauert länger, keine Frage, und wird ein wichtiger, ein krasser Fall für die Weltgemeinschaft bleiben - und für den nächsten Kanzler sein. Wer auch immer es ist nach der Wahl. Das Duell dauert an. Noch 20 Tage.

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