Casdorffs Agenda : Kretschmanns Pläne bei den Grünen sind nicht ohne Risiko

Winfried Kretschmann, der neue Politstar, will tiefgreifende Änderungen bei den Grünen durchsetzen - auch im Bund. Das ist nicht ohne Risiko.

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will den Grünen ihre Doppel- und Viererspitzen nehmen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will den Grünen ihre Doppel- und Viererspitzen nehmen.Foto: REUTERS

Als erstes hat er Baden-Württemberg durchgepflügt, jetzt will Winfried Kretschmann auch Umwälzungen im Bund schaffen. Da steht den anderen Parteien einiges bevor, wenn der neue Politstar aus den Reihen der Grünen, der bei alledem eher wie ein Anti-Star daherkommt, eher wie der Landmann, der säend die Scholle entlang geht, sich mit diesem Stil und seinen Themen durchsetzt.

Die lauten: Ökologie vor Ökonomie, aber gemäßigt; Biolandwirtschaft vor Agrarindustrie, aber mit Maß; und industrielle Modernisierung, aber sozial gerecht. Das ist so sehr politische Mitte, dass sowohl Union als auch SPD anfangen könnten, sich zu fürchten. Dagegen wirken die Liberalen vergleichsweise radikal, und das kann ihnen zu einem guten Platz verhelfen.

Aber zurück zu Kretschmann. Der will ja noch mehr, und das ist weniger gemäßigt: Er will den Grünen ihre Doppel- und Viererspitzen nehmen. Das greift tief in die gegenwärtige Kandidatenfindung für die Wahlen in Berlin (Berlin) und Berlin (Bund) ein – und wird wohl so beabsichtigt sein. Und richtig: Wer, wenn nicht er könnte diese Regel kippen? Nur so einfach wie es in Baden-Württemberg für ihn war, ist es bei den Grünen nicht. Wer sät, kann auch Sturm ernten.

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