Casdorffs Agenda : Politik ist kein Gesangverein Harmonie

CDU-Generalsekretär Peter Tauber ist mit der politischen Konkurrenz hart ins Gericht gegangen - und hat dafür auch aus den eigenen Reihen Kritik geerntet. Aber liegt er wirklich so falsch?

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Umstritten: der CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Foto: dpa
Umstritten: der CDU-Generalsekretär Peter Tauber.Foto: dpa

Ja, die Äußerungen des CDU-Generalsekretärs sind stramm. Aber sind sie deshalb in allen Teilen falsch? Halten wir fest: Politik ist kein Gesangverein Harmonie. Die anderen Parteien sollten besser mal prüfen, was an Peter Taubers Kritik, die er nun in einem Interview geäußert hat, richtig sein könnte. Also: In der SPD sagen selbst Leute aus dem innersten Führungszirkel, dass Parteichef Sigmar Gabriel sprunghaft sei. Sie sagen es übrigens genau mit Taubers Worten.

Oder Sahra Wagenknecht: Will im Ernst einer bestreiten, dass sie Wähler der AfD zur Linken (zurück-)holen will? Sehr schön neulich der Titel „Populinke“. Die Popurechte? Na, Frauke Petry. Als Letztes: Christian Lindner und Alexander Gauland. Oh, zu FDP und AfD gäbe es einiges zu sagen, unabhängig von den beiden Personen. Die Wirtschaftsprogramme übereinander gelegt – da wird es Ähnlichkeiten geben.

Und die FDP hatte immer auch nationalliberale Anteile. Gut, nicht bei Lindner, das ist wahr. Bleibt das mit der „Selbstherrlichkeit“. Den Vorhalt sollte der FDP-Vorsitzende vielleicht besser als rechtzeitige Mahnung verstehen. Eine „Taubernuss“ jedenfalls hat hier nicht gesprochen. An dem, was Tauber gesagt hat, werden im Wahlkampf noch einige zu knacken haben.

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