Casdorffs Agenda : Selten, aber wahr: Nahles hilft Gabriel

Sigmar Gabriel schiebt Yasmin Fahimi zu Andrea Nahles ab und stellt damit die Weichen für 2017. Stimmen sucht er dann links der Mitte - mit Hilfe einer Frau, die ihn hoffentlich besser vermarkten kann.

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Früher Generalsekretärin, demnächst Staatssekretärin im Arbeitsministerium von Andrea Nahles: Yasmin Fahimi.
Früher Generalsekretärin, demnächst Staatssekretärin im Arbeitsministerium von Andrea Nahles: Yasmin Fahimi.Foto: dpa

Das kommt auch nicht alle Tage vor: dass Andrea Nahles Sigmar Gabriel einen Dienst erweist. So geschehen, indem sie SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi als Staatssekretärin ins Arbeitsministerium übernimmt.

Fahimi hätte keinen Wahlkampf für ihn als Kanzlerkandidaten managen können. Erstens hat die Generalsekretärin kein Gespür dafür, wie sie mit Gabriels Art, Politik zu betreiben, umgehen soll oder kann. Zweitens hat sie oft genug andere Ansichten, weiter links, aber nicht genügend Autorität, den linken Flügel einzubinden.

Als Arbeits-Staatssekretärin kann die Gewerkschafterin bessere Dienste leisten. Deswegen ist es richtig, jetzt - da der Job frei wird - die Trennung vorzunehmen. Bis zur Wahl 2017 bleibt für die Neue Zeit, die SPD und sich selbst zu profilieren. Denn eine Frau, eine von der Linken, soll es werden. Gabriels Auswahl zeigt, wo er für die Zukunft Stimmen sucht, über den Tag hinaus.

Einen guten Morgen wünscht

Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur

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