Casdorffs Agenda : Sigmar Gabriel und die Beliebigkeit

Nicht mal die Genossen verstehen Sigmar Gabriel noch. Er gibt sich auf einmal so hart wie der Finanzminister und macht bei einem anderen Thema eine kapitale Kehrtwende.

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Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Klima, Kohle, NSA, Europa - eine Liste. Der Niederlagen. Von: Sigmar Gabriel. Dass er plötzlich den SPD-Schäuble gibt, also über Athen und Tspiras so hart spricht wie der Finanzminister, um unangreifbar zu werden wie Merkel - das ist so taktisch, so verstiegen, das verstehen noch nicht mal die Genossen.

Wie soll das dann beim Wähler funktionieren? Dass Gabriel beim Klima für Merkel erst die Kohlen aus dem Feuer holen will, um dann durch eine kapitale Kehrtwende selbst ins Feuer aller Klimaschützer zu geraten - wer hat ihm bloß dazu geraten? Und im Fall NSA bringt die SPD auch nichts Rechtes zuwege. Da sind ja einige CDU-Politiker mutiger. Summa summarum: Wer eine Politik unterstützt, deren Dominanz in der Beliebigkeit liegt, wird selbst beliebig. Nur: Beliebigkeit kann Angela Merkel einfach immer besser.

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