Casdorffs Agenda : Steinmeier hat noch was zu klären

Weil sich Deutschland nicht genug für ihn eingesetzt hat, erwartet der ehemalige Guantánamo-Gefangene Kurnaz eine Entschuldigung vom neuen Bundespräsidenten Steinmeier.

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Der in Deutschland geborene Murat Kurnaz saß mehr als vier Jahre in dem US-Gefängnis auf Guantanamo e Foto: dpa
Der in Deutschland geborene Murat Kurnaz saß mehr als vier Jahre in dem US-Gefängnis auf Guantanamo eFoto: dpa

Erinnern Sie sich an Murat Kurnaz? Das ist der ehemalige Guantánamo-Häftling aus Bremen. Er erwartet für seine mehr als vier Jahre Haft ohne Anklage in dem berüchtigten Gefangenenlager eine Entschuldigung vom kommenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Kurnaz, in Deutschland geboren und aufgewachsen, ist türkischer Staatsbürger. Die Schröder-Regierung, in der Steinmeier Kanzleramtschef war, hatte 2002 eine Einreisesperre gegen ihn verhängt, sie stufte den Türken als Gefährder ein.

Nach dem Regierungswechsel 2005 setzte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Freilassung von Kurnaz ein. Für ihn sei es eine "offene Wunde, eine maßlose Enttäuschung, von Deutschland in der Not im Stich gelassen worden zu sein", findet Kurnaz im Blick auf Steinmeiers künftiges Amt. Vielleicht klären die beiden das doch am besten direkt. Bis zur Wahl des Bundespräsidenten ist ja noch ein bisschen Zeit.

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