Casdorffs Agenda : Viktor Orban - der Grenzgänger

Viele in der EU schimpfen auf ihn - und heucheln dabei. Denn sie sind froh, dass sich Ungarns Regierungschef Viktor Orban die Finger schmutzig macht und sie es nicht tun müssen.

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Ungarische Soldaten patrouillieren in Röszke am Grenzzaun zu Serbien.
Ungarische Soldaten patrouillieren in Röszke am Grenzzaun zu Serbien.Foto: Balasz Mohai/dpa/EPA


Viktor Orban - der böse Mann der EU. So oft wird auf Ungarns rechtsgerichteten Premier geschimpft. Und oft zurecht. Immer wieder diese Angriffe auf die Werte aufgeklärter Nationen, auf Presse- und Meinungsfreiheit oder Freizügigkeit innerhalb der Union.

Doch in einem Punkt ist eine gehörige Portion Heuchelei im Spiel: in der Kritik daran, dass Orban die Grenzen für Flüchtlinge dicht macht. Seine Grenzen und damit die Europas, eisern nach dem Motto "Einer muss es ja tun". Dabei kann es einigen unter seinen Kollegen gar nicht schnell genug gehen mit den Zäunen.

Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Wenn Orban sich die Finger schmutzig macht, müssen es die nicht tun, die sich überzeugte Europäer nennen. Demnächst ist der Ungar bei der CSU zu Gast. Die wird ihm nicht böse sein.

Einen guten Morgen wünscht
Ihr Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel-Chefredakteur


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