Casdorffs Agenda : Vor den Wählern bloßstellen

In einem Interview vergleicht SPD-Chef Sigmar Gabriel die Sprüche der AfD-Politiker mit denen der Alt-Nazis. Ein Signal - auch an die SPD-Wähler.

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Sigmar Gabriel kennt die Nazi-Parolen schon von seinem Vater.
Sigmar Gabriel kennt die Nazi-Parolen schon von seinem Vater.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Der Ausbruch ist verständlich. Ist er auch hilfreich? Dass Sigmar Gabriel sich die AfD-Parolen vornimmt, alles schon einmal gehört haben will, von seinem Vater, der ein Nazi war – das zeigt, wie sehr ihn beschäftigt, was als vermeintliche Alternative für Deutschland daherkommt. Aber er zielt explizit auf die Funktionäre, nicht auf die, die ihnen hinterherlaufen.

Denn hier wird es wichtig für den SPD-Chef, als der Gabriel heute spricht - nicht als Sohn: Es sind sehr viele dabei, die früher die Sozialdemokratie als Schutzmacht des sogenannten kleinen Mannes gewählt haben. Wie in den 60er Jahren, von denen Gabriel meint, dass sie aus den AfD-Funktionären klingen.

Deutsch-national, national-konservativ – eher sind es die 80er, in die die AfDler zurückweisen. Damals war die Welt noch eindimensional, es gab nicht so viel Fremdes, und der Globus daheim war die einzige Form der Globalisierung. Biedermeier reloaded. Die Zeit ist darüber hinweggegangen. Doch die Brandstifter haben nur abgewartet, jetzt zeigen sie sich wieder. Es ist wichtig, sie vor den Wählern bloßzustellen. Das tut Gabriel. Was hilfreich zur Unterscheidung ist.

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