Casdorffs Agenda : Vor Kollisionssondierungen

Der FDP-Vize Wolfgang Kubicki hält die Zahl aus der Unionseinigung in der Flüchtlingspolitik für "völligen Unsinn". Was das jetzt für die Koalitionssondierungen bedeutet - ein Kommentar.

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FDP-Vize Wolfgang Kubicki hält nicht viel von der Unionseinigung in der Flüchtlingspolitik.
FDP-Vize Wolfgang Kubicki hält nicht viel von der Unionseinigung in der Flüchtlingspolitik.Foto: AFP

Manchmal ist es wirklich eine große Befreiung, dass es Politiker gibt, die noch Fraktur reden, ohne Umschweife. So ein Politiker ist der Liberale Wolfgang Kubicki. „Eine hypothetische Zahl wie die, auf die sich CDU und CSU jetzt geeinigt haben, ist völliger Unsinn", sagt er. Denn die Wirklichkeit macht nicht vor Obergrenzen halt. Jetzt ist nur noch die Frage, was daraus folgt für die Koalitionssondierungen. Oder muss man schon sagen: Kollisionssondierungen? Immerhin ist Kubicki FDP-Vize und ein möglicher Justizminister. Da wird er jetzt doch keinen Unsinn reden. Und ist es Taktik, dann hat auch die ihren Sinn. Am Ende sogar für Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin könnte der CSU sagen, ihr guter Wille, einen begrenzenden Richtwert durchzusetzen, sei am Widerstand der FDP gescheitert. Dann allerdings wäre es das für Horst Seehofer als CSU-Chef gewesen. Manche in seiner Partei würden auch das für eine Befreiung halten.

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