Casdorffs Agenda : Warum Helmut Schmidt fehlt

Es gibt viele Probleme, die den Verantwortlichen der SPD zu schaffen machen. Jemand wie Helmut Schmidt vermissen sie jetzt auch deshalb besonders.

von
(FILE) Former German Chancellor Helmut Schmidt speaks during a luncheon at the Axel Springer publishing house in Berlin, September 29, 2010. The former head of state took part in the unveiling of a bronze statue of former US President George Bush to stand along side statues of former Soviet President Michail Gorbachev and Chancellor Helmut Kohl at the Springer's Berloin headquarters, some days ahead of the 20th anniversary of Germany's reunification on October 3. Photo: Odd Andersen/dpa (zu: "Helmut Schmidt gestorben" vom 10.11.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
(FILE) Former German Chancellor Helmut Schmidt speaks during a luncheon at the Axel Springer publishing house in Berlin, September...Foto: dpa

Was würde Helmut Schmidt dazu sagen? Der große Realissimo der deutschen Politik, er fehlt. Auch der SPD und da gerade denen, die heute Verantwortung tragen. Und sei es als Stütze. Sigmar Gabriel zum Beispiel, dem Vizekanzler, Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzenden. Oder dem Außenminister, Frank-Walter Steinmeier. Die haben gegenwärtig so viele schwierige Aufgaben.

Die Flüchtlinge sind eine davon, nur eine. Die andere ist, auch wieder unter anderen, Saudi-Arabien. Ein Problemfall: Er ist wichtig, nicht allein wegen seiner Wirtschaftskraft, sondern auch als Gesprächspartner und Ordnungsfaktor in Nahost. Und wird zugleich von Amnesty angeklagt: 151 Hinrichtungen in diesem Jahr, so viel wie seit 20 Jahren nicht. Trotzdem wollen die Saudis mit deutschen Waffen beliefert werden - eben wie ein Partner. Was würde Helmut Schmidt dazu sagen? Wahrscheinlich würde er eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen, politisch, und dann offensiv dafür eintreten. Ohne Angst vor dem Kreuzfeuer der Kritik. Ja, er fehlt.

Casdorffs Agenda erscheint jeden Morgen in der Morgenlage, dem Newsletter für Politik- und Wirtschaftsentscheider, den sie hier kostenlos abonnieren können.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben