Casdorffs Agenda : Was die Welt nie wieder zulassen darf

Jan Karski war Augenzeuge des Grauens der Nazis. Er informierte die Alliierten. Am Donnerstag gedenkt Israel der Helden und Märtyrer des Holocaust.

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Gefangene im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Foto: picture alliance / dpa
Gefangene im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.Foto: picture alliance / dpa

Die Welt hätte es wissen können. Ach was, sie hat es gewusst: dass die Nazis die Juden in Europa vernichteten. Die Alliierten hatten Quellen, lebende. Der polnische Diplomat Jan Karski zum Beispiel: Zwischen 1942 und 1943 informierte er die polnische Exilregierung in London. Und die britische Regierung. Und die amerikanische. Sogar Präsident Franklin D. Roosevelt traf er.

Karski war Augenzeuge. Er hatte gesehen, wie bestialisch Menschen im Sammellager Izbica mit Ätzkalk umgebracht wurden. Wie Tausende, eingepfercht in Züge, ins Vernichtungslager Belzec abfuhren. Er kam mithilfe des Widerstands ins Warschauer Ghetto, sah Kinder, Frauen und Männer an Hunger sterbend auf den Straßen. Die Erklärung der Alliierten vom 17. Dezember 1942 zeigt, was die Welt wusste. Sie hätte wissen müssen, was zu tun war. Und was die Welt nie wieder zulassen darf. Am Donnerstag gedenkt Israel in Yad Vashem der Märtyrer und Helden des Holocaust.

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