Politik : Causa Mixa: Papst kritisiert Bischöfe

Berlin - Der entlassene Augsburger Bischof Walter Mixa wird nicht mehr in sein Amt zurückkehren. Das hat ihm Papst Benedikt XVI. in einer Privataudienz im Vatikan am Donnerstag klargemacht. Nach der Audienz teilte der Vatikan mit, der Augsburger Bischof habe Fehler und Irrtümer eingestanden und werde sich „zu einer Zeit des Schweigens, der Sammlung und des Gebets zurückziehen“. Nach „einer Periode der Heilungen und der Versöhnung“ werde der 69-Jährige wie andere emeritierte Bischöfe für Aufgaben der Seelsorge im Einvernehmen mit seinem Nachfolger zur Verfügung stehen. Zugleich rief Benedikt nachdrücklich zur Versöhnung auf.

Sehr deutlich kritisiert der Heilige Vater die deutschen Bischöfe. „Nach einer Zeit oft maßloser Polemik“ um Mixa wünscht sich der Papst „ein neues Sich-Annehmen in der Gesinnung der Barmherzigkeit“. Er bittet „die Mitbrüder im bischöflichen Amt, Bischof Mixa mehr als bisher ihre freundschaftliche Nähe, ihr Verstehen und ihre Hilfe zur Findung der rechten Wege spüren zu lassen“. Mixa hatte sich vor zwei Wochen öffentlich über den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und den Münchner Erzbischof Reinhard Marx beklagt. Sie hätten sich nicht brüderlich verhalten und ihn zum Rücktritt gedrängt.

Der Papst bittet außerdem „alle Gläubigen der Diözese Augsburg, neu aufeinander zuzugehen und den Bischof offenen Herzens anzunehmen“, den er als Mixas Nachfolger bestellen werde. Die Welt warte in einer Zeit der Gegensätze und Unsicherheit auf das gemeinsame Zeugnis der Christen.

Bischof Mixa soll als Stadtpfarrer in Schrobenhausen Kinder geschlagen und Stiftungsgelder zweckentfremdet haben. Am 8. Mai hatte der Papst den Rücktritt des Bischofs angenommen und damit auch auf ein Dossier reagiert, in dem Mixa Alkoholprobleme und homosexuelle Übergriffe angelastet wurden. Mixa war Mitte Juni überraschend ins Augsburger Bischofspalais zurückgekehrt und hatte angekündigt, er wolle in einem Gespräch mit dem Papst ausloten, ob es nicht einen Rücktritt vom Rücktritt geben könne. Nach innerkirchlicher und öffentlicher Kritik hatte er schließlich aber doch erklärt, seinen Rücktritt nicht mehr infrage stellen zu wollen. clk

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