Politik : CDU: Es geht um geeignetes Endlager, nicht das beste

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Berlin -Im Streit um ein Atommüll-Endlager hat der Obmann für die Unionsfraktion, Reinhard Grindel, SPD, Grüne und Linksfraktion davor gewarnt, Entscheidungsvorgänge um den Salzstock im niedersächsischen Gorleben aus dem Jahr 1983 zu „skandalisieren“. Die Opposition bekräftigte dagegen ihren Widerstand gegen eine Weitererkundung von Gorleben.

Ein Untersuchungsausschuss soll klären, warum Gorleben vor rund 30 Jahren als Atomendlager-Standort ausgewählt wurde und ob Gutachten politisch manipuliert wurden. Nach der konstituierenden Sitzung Donnerstag kommender Woche wird der Ausschuss am 6. Mai mit der Arbeit beginnen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) widersprach Behauptungen von Greenpeace, dass der Salzstock wegen geologischer Wassereinlagerungen als atomares Endager nicht tauglich sei. Aus Expertensicht gebe es bisher keine sicherheitsrelevanten Bedenken, heißt es in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Greenpeace hatte unter Hinweis auf ältere, der Öffentlichkeit angeblich bisher unbekannte Akten mitgeteilt, diese Einlagerungen seien verschwiegen worden, weshalb Gorleben nun endgültig geschlossen werden sollte.

SPD und Grüne forderten die Suche nach der „bestmöglichen Endlagerlösung“ durch den Vergleich mehrerer Standorte. Dies sei wegen der unendlichen strahlenden Gefahr unabdingbar, sagte SPD-Umweltexperte Marco Bülow. Grindel lehnte eine parallele Suche nach alternativen Standorten ab. Es gehe nicht darum, den besten Standort zu finden, sondern einen geeigneten. Es sei immer um eine „ergebnisoffene Erkundung“ gegangen. „Niemand kann sagen, ob am Ende die untertägige Erkundung dazu führt, dass in Gorleben ein Endlager gebaut wird“, sagte er. dpa/ddp

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