CDU-Fraktionschefs bauen Druck auf : Merkel soll CDU klarer von AfD abgrenzen

In der CDU steigt der Nervosität wegen der eurokritischen Partei "Alternative für Deutschland". Die CDU-Fraktionschefs von Hessen, Sachsen und Thüringen fordern Angela Merkel zu einer klareren Strategie gegen die AfD auf. Die Argumente liefern sie gleich mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird von Parteifreunden unter Druck gesetzt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird von Parteifreunden unter Druck gesetzt.Foto: dpa

In der CDU wird der Ruf nach einer deutlicheren Abgrenzung von der euroskeptischen Partei Alternative für Deutschland lauter. Die CDU-Fraktionschefs von Hessen, Sachsen und Thüringen forderten die Bundeskanzlerin und CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel auf, sich klarer gegen die neue Gruppierung zu positionieren. Die Gründung der AfD sei eine Herausforderung für die Union und müsse erst genommen werden, schrieben Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring in einem Papier, aus dem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert.

Als besonders gefährlich werten die Fraktionschefs, dass die AfD nicht nur Gegner der Euro-Rettung anziehe, sondern all jenen eine Heimat biete, die mit Merkels Modernisierungskurs haderten. Die politische Kompetenz für konservative Themen liege zwar bei der CDU. „Diese Kompetenz muss die Union allerdings selbstbewusster herausstellen“, fordern die Verfasser.

Mohring, Flath und Wagner geben laut „Spiegel“ in dem Papier auch die Argumentationslinie vor, die die Parteiführung aus ihrer Sicht offensiv vertreten sollte: „Ein signifikanter Verlust von Stimmen an die AfD verhilft möglicherweise SPD und Grünen zur Regierung und führt die Bundesrepublik direkt auf den unheilvollen Weg in eine europäische Transferunion. Die AfD würde dadurch wiederum genau jene unerwünschten Entwicklungen befördern, die ihre Wählerinnen und Wähler so nachdrücklich zu verhindern suchen“, heißt es in dem Schreiben. (dpa)

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