Politik : CDU-Regionalkonferenzen in Rheinland-Pfalz stärken Böhr

Stephan Lüke

Mainz - Dass ausgerechnet der CDU- Bundestagsabgeordnete Peter Rauen am Freitag den CSU-Gesundheitsexperten Horst Seehofer vor laufenden Kameras als „Nestbeschmutzer“ abqualifizierte, stieß manchem rheinland-pfälzischen Christdemokraten sauer auf. Haben doch viele von ihnen in Rauen, der angetreten ist, dem eigenen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Christoph Böhr die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2006 streitig zu machen, einen „Nestbeschmutzer“ in ihren eigenen Reihen ausgemacht.

Häufiger als ihm lieb sein konnte, musste sich der 59-Jährige diesen Vorwurf während der fünf Regionalkonferenzen, bei denen sich die Basis ein Bild von den beiden Bewerbern machen sollte, gefallen lassen. So warf die Vorsitzende der CDU-Erpel, Gisela Stahl, Rauen vor, er habe mit seiner Kandidatur „unmoralisch gehandelt und Gräben aufgerissen“.

Einigkeit herrscht unter neutralen Beobachtern, dass die fünf Konferenzen nur Böhr geholfen haben. Wirkte er zum Auftakt in Mainz noch unsicher und verhalten, so entwickelte er fortan Kampfgeist. Sein Kontrahent dagegen verlor zunehmend die Fassung, fühlte sich nach eigenen Worten „verlassen“ und „ohne Unterstützung“. Viele verstanden diese Klage auch als Vorwurf gegen jene Gruppe von Böhr-Gegnern, die ihn zur Kandidatur gedrängt hatte, nachdem ihre Wunschkandidatin, die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse, abgesprungen war.

Ob die Partei, wie von Böhr und Rauen gefordert, nach der Entscheidung geschlossen hinter „ihrem Mann“ steht, bezweifeln Beobachter. Er lasse sich „nur von Taten überzeugen“, sagt der Neuwieder Landtagsabgeordnete Erwin Rüddel. Deutlicher wird Michael Billen aus dem Kreisverband Bitburg/Prüm. Er warnt jene, die auch künftig für Unruhe sorgen könnten: „Wenn die sich noch einmal melden, wird die Partei mit der Dampfwalze drüberrattern.“

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben