Politik : „CDU soll sich stärker dem Islam öffnen“ Papier türkischstämmiger Mitglieder

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(dpa). Die Vertretung der türkischstämmigen CDUMitglieder hat eine Kehrtwende der Partei in ihrem Verhältnis zum Islam verlangt. In einem Positionspapier tritt das „Deutsch-Türkische Forum“ dafür ein, die islamische Religionsgemeinschaft ähnlich wie die evangelische oder katholische Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzuerkennen. Zudem sollte es „kein Kopftuch-Verbot im Schuldienst“ geben, heißt es in dem Papier. Der für zwei Jahre wiedergewählte Vorsitzende der Vereinigung, Bülent Arslan, sagte am Samstag, dass die innerparteiliche Diskussion belebt werden solle. Besonders beim Kopftuch-Verbot, das auch von mehreren unionsgeführten Bundesländern vorbereitet wird, sieht Arslan unterschiedliche Positionen zur CDU. In dem Papier wird auch die Einrichtung islamisch-theologischer Fakultäten vorgeschlagen. „Wir brauchen deutschsprachige und in Deutschland sozialisierte islamische Geistliche.“ CDU-Chefin Angela Merkel hatte Arslan kürzlich innerparteilich aufgewertet, indem sie ihn zum Mitglied der Delegation ihrer Türkei-Reise machte. Merkel hatte betont, dass sich die CDU künftig mehr um die türkischstämmige und muslimische Bevölkerung in Deutschland bemühen wolle. Andererseits lehnt die Union einen EU-Beitritt der Türkei ab. Rund 3,2 Millionen Muslime leben in der Bundesrepublik. Die Vereinigung hat nach eigenen Angaben etwa 250 Mitglieder.

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