Politik : CDU-Spendenaffäre: Kohl: Es gab keine Millionenspende von Bosch

Ein anonymer Bericht über angebliche illegale Millionenspenden der Firma Bosch an die CDU-Politiker Helmut Kohl und Erwin Teufel ist von allen Seiten als frei erfunden zurückgewiesen worden. Über das Papier hatte am Dienstag die "Leipziger Volkszeitung" berichtet.

Alt-Bundeskanzler Kohl bezeichnete in einer in Berlin verbreiteten Erklärung die Behauptungen als "falsch und frei erfunden". Es handle sich offenbar "um einen gezielten Versuch, mit den Mitteln der Desinformation das Ansehen von Herrn Dr. Kohl zu beschädigen", erklärte ein Sprecher des langjährigen CDU-Vorsitzenden am Dienstag. Baden-Württembergs Ministerpräsident Teufel sagte in Stuttgart: "Der Vorwurf ist frei erfunden und eine einzige Verleumdung; nichts an dieser Aussage ist wahr." Auch der Bosch-Konzern nannte den Bericht eine "abenteuerliche Ansammlung von haltlosen Unterstellungen".

Die "Leipziger Volkszeitung" hatte in ihrer Dienstagausgabe von dem anonymen Schreiben an den Spenden-Untersuchungsausschuss berichtet. Darin werde behauptet, Kohl und Teufel hätten im Dezember 1996 von dem Autozulieferer jeweils 1,5 Millionen Mark in bar erhalten. Das Geld sei im Anschluss an die Pensionierungsfeier für den damaligen Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel (CDU) übergeben worden.

Der Bosch-Sprecher betonte: "Diese absurden Verdächtigungen zu kommentieren, erübrigt sich schon deshalb, weil die Informationen anonym gestreut wurden." Spenden an Parteien, unter anderem an die CDU, seien per Überweisung erfolgt und nicht in bar. Sie seien ordnungsgemäß gebucht und von den Parteien offen gelegt worden, sofern sie den jährlichen Spendenbetrag von 20 000 Mark überschritten hätten. Im Rechenschaftsbericht der CDU Deutschland für das Jahr 1997 etwa ist eine Spende von 25 000 Mark vom früheren Bosch-Chef Hans Merkle als Privatperson aufgeführt, für 1998 eine Spende der Robert Bosch GmbH in Höhe von 101 600 Mark.

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