Politik : CDU-Spendenaffäre: Zeugen gesucht (Kommentar)

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Als hätte der Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre nicht genug zu tun! Schon der eigentliche Auftrag ist ja eine enorme Anforderung, er scheint fast eine Überforderung zu sein. Vor diesem Hintergrund auch noch Licht ins Dunkel des Verkaufs von Leuna und Minol an den französischen Konzern Elf-Aquitaine bringen? Es ist nicht abzusehen, dass das gelingen kann. Wer Auskunft geben könnte, ist tot - François Mitterrand, seinerzeit Frankreichs Staatspräsident -, oder bestreitet alles entschieden: Helmut Kohl, damals Bundeskanzler und CDU-Chef. Dagegen einen Zeugen zu finden, einen Kronzeugen, würde eine andere Herangehensweise und ein anderes Tempo erfordern, als vom Untersuchungsausschuss zu erwarten ist. Bisher ist noch nicht einmal eine Staatsanwaltschaft gefunden, die den Vorgang ausleuchten will. Millionen seien geflossen, sagen die Franzosen - schriftliche Belege wird es dafür kaum geben. Da müsste das Parlamentsgremium schon einen der Prominenten in die Enge treiben, widerlegen, seine Aussage und Standfestigkeit erschüttern. Und dann schnell reagieren, andere Zeugen mit dem Gehörten konfrontieren. Wie in einem dieser Mafia-Prozesse. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

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