Politik : CDU-Spendenaffären: Südwest-CDU: Ein Computerfehler?

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Fünf Wochen vor den Landtagswahlen hat das Spenden-Thema auch die Südwest-CDU eingeholt. Erwin Teufels Landesverband sieht sich mit dem Vorhalt konfrontiert, zwei Großspenden aus dem Jahr 1998 nicht angegeben zu haben. Zum einen geht es um 22 500 Mark, die der unter milliardenschwerem Betrugsverdacht stehende Flowtex-Chef Manfred Schmieder der Union gespendet hat - 19 500 Mark gingen an den Kreisverband Baden-Baden, 3000 Mark sollen an einen anderen Landesverband geflossen sein. Nachdem die Spende in diesen Tagen bekannt geworden war, zahlte die Kreis-CDU sie an den Insolvenzverwalter zurück.

Begründet wurde die Nicht-Veröffentlichung im Rechenschaftsbericht unter anderem damit, dass der Computer in der Zentrale der Bundes-CDU wegen der Aufsplittung des Betrags nicht erkannt habe, dass die Flowtex-Spende insgesamt über der 20 000-Mark-Grenze liege. Auf eine angebliche Computer-Panne führt die Landes-CDU auch zurück, dass eine 29 000-Mark-Spende des Heidenheimer Voith-Konzerns, dessen Aufsichtsratschef Michael Rogowski neuer Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie ist, erst im überarbeiteten Rechenschaftsbericht auftaucht, 10 000 Mark gingen an den Landesverband, 19 000 Mark an den Heidenheimer Kreisverband.

"Wenn der Computer unterschiedliche Anschriften hat, bringt er es offensichtlich nicht zusammen", stellte der baden-württembergische CDU-Generalsekretär Volker Kauder am Donnerstag bedauernd fest. Die SPD dagegen spricht von "abenteuerlichen Ausflüchten". Ihr Generalsekretär Wolfgang Drexler erklärte: "Die CDU wollte die Herkunft dieser Spenden offenkundig verheimlichen, dabei ist sie ertappt worden."

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