CDU-Thüringen : Althaus meldet sich in der Politik zurück

Er beendete die Spekulationen mit zehn Zeilen. So kurz war die Erklärung, die Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) am Donnerstagabend in Allensbach aussandte und in der er bekundete, zur Landtagswahl als Spitzenkandidat antreten zu wollen.

Matthias Schlegel

Berlin/Erfurt -  Die Thüringer CDU sei „froh, dass jetzt Klarheit herrscht“ über die politische Zukunft von Althaus, sagte Parteisprecher Heiko Senebald dem Tagesspiegel. Der Regierungschef und Landesvorsitzende habe „die volle Rückendeckung und Unterstützung“ der Partei. Mit der persönlichen Erklärung sei in Erfurt auch das Formblatt mit Althaus’ Unterschrift für die Landesvertreterversammlung am 14. März eingegangen. Mit diesem Papier besiegelt er – wie jeder andere Bewerber auch – seine Kandidatur formell. An der Versammlung selbst werde Althaus „wohl nicht“ teilnehmen, sagte Senebald.

Der Spitzenkandidat der Thüringer SPD, Christoph Matschie, erklärte, er „respektiere die persönliche Entscheidung von Dieter Althaus. Die politische Aufarbeitung des tragischen Skiunfalls ist damit abgeschlossen.“ Althaus habe sich „auf der politischen Bühne zurückgemeldet“. Nach seiner Erklärung sei davon auszugehen, dass er die Regierungsgeschäfte bald wieder übernehme. „Die Landesregierung muss in der Krise voll handlungsfähig sein.“ Die Entscheidung, ob Althaus weitere fünf Jahre Ministerpräsident bleibe, habe der Wähler zu treffen.

Der Linken-Spitzenkandidat in Thüringen, Bodo Ramelow, sagte dem Tagesspiegel, er nehme Althaus’ Erklärung „so zur Kenntnis, wie ich schon das Schuldanerkenntnis zur Kenntnis genommen habe“. Es würden Erklärungen verbreitet, aber es werde damit „nicht nachvollziehbar, wie es der Person geht“. Die Linke bleibe dabei, dass sie den Unfall von Althaus nicht zum Wahlkampfthema machen werde. „Aber die in Thüringen regierende CDU ist in sich unentschlossen, stümperhaft und am Ende. Es ist Zeit für einen politischen Wechsel. Das werden wir zum Thema machen.“ Das habe mit dem Skiunfall nichts zu tun, sagte der Linkspartei-Politiker. 

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