Politik : CDU und Grüne in Hamburg halten Koalition für möglich

Hamburg - In Hamburg verdichten sich die Zeichen für eine schwarz-grüne Koalition. Nach einem rund sechsstündigen Sondierungsgespräch halten die Spitzen von CDU und Grünen ein solches Bündnis grundsätzlich für möglich. Es wäre die erste schwarz- grüne Koalition in einem Bundesland. Das Trennende zwischen beiden Parteien sei überbrückbar, betonten CDU-Chef Michael Freytag und Grünen-Vorsitzende Anja Hajduk nach dem Treffen am Mittwoch. Freytag sprach sogar von einem „Auftakt nach Maß“. Die Entscheidung über die Aufnahme von formellen Koalitionsverhandlungen hat bei den Grünen nun am Donnerstag die Basis. Auch die CDU will sich an diesem Tag festlegen, ob sie in der Hansestadt mit den Grünen oder mit der SPD koalieren will.

Bei der Bürgerschaftswahl am 24. Februar hatte die bislang alleinregierende CDU ihre absolute Mehrheit verloren. Sie benötigt daher einen Partner. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sagte nach der Sitzung: „Es waren sehr detaillierte Gespräche zu allen Themen der Hamburger Politik.“ Man habe gemeinsame Perspektiven gesehen, eine Reihe von Kompromissmöglichkeiten ausgelotet, aber auch Differenzen erkannt. Freytag sagte: „Frischer Wind für Hamburg ist zu spüren.“ Die Grünen-Spitzenkandidatin Christa Goetsch betonte: „Wir haben Perspektiven entwickelt, aber natürlich auch Dissense festgestellt.“ Der Landesvorstand werde nun beraten, um der Parteibasis die Ergebnisse der Sondierung präsentieren zu können. Hajduk erklärte: „Was ich auch sagen kann, ohne in Details gehen zu können, dass wir schon Möglichkeiten für Überbrückungen und Möglichkeiten nach Kompromissen sehr intensiv ausgelotet haben.“ Am Dienstag hatten CDU und SPD ein Sondierungsgespräch geführt und vor allem in der Wirtschaftspolitik Gemeinsamkeiten ausgemacht. Beust betonte jedoch, dass eine große Koalition für ihn nur die „Ultima Ratio“ sei. dpa

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